Tag der Kinderbetreuung

Veröffentlicht am 20.05.2022 in Allgemein

v.l.n.r. Kathrin Großmann, Katja Poschmann & Diana Neumann

Der Tag der Kinderbetreuung ist seit mehr als 10 Jahren Anlass, den Betreuerinnen und Betreuern in unseren Kindertageseinrichtungen zu danken. Wir machen auf die Bedeutung von Kindertagesstätten als Orte der frühkindlichen Bildung und des sozialen Lernens aufmerksam und sprechen über die Arbeitsbedingungen für unsere Alltagsheldinnen und -helden. Wir diskutieren über Qualität von frühkindlicher Bildung und darüber, wie wichtig diese Jahre für unsere Kinder sind. Kindertages­stätten sind nicht nur nette Beschäftigungsorte für unsere Kinder, wenn Mama und Papa arbeiten gehen. Sie sind zentraler Ort des sozialen Miteinanders. Hier werden außerhalb der Familien die Grundsteine für die weitere Entwicklung unserer Kinder gelegt. Das pädagogische Personal in frühkindlichen Bildungseinrichtungen leistet hier eine wert­volle Arbeit, die aus meiner Sicht noch viel zu sehr unterschätzt wird.

 

Oft denken die meisten an Krippen oder Kindergärten, wenn wir von Kindertagesstätten sprechen. Aber es gibt noch viel mehr wunderbare Orte, an denen liebevolle und engagierte Fachkräfte die Kleinsten von uns täglich oder regelmäßig betreuen. Tagesmütter & -väter, Eltern-Kind-Gruppen oder auch Mitarbeitende in Familien-Cafés sind oft auch ebenso wichtige Bezugspersonen und decken Lücken ab, wo die Kapazitäten der traditionellen Einrichtungen erschöpft sind. Darum habe ich für meinen Blumenstrauß des Monats heute das Interkulturelle Familiencafé des AWO Bezirksverbandes Potsdam in Rathenow ausge­wählt, um ihre Arbeit in den Fokus zu rücken.

 

Die Koordinatorin der Einrichtung, Frau Diana Neumann, nahm das kleine Blumenarrangement überrascht entgegen und lud Kathrin Großmann (Vorsitzende des SPD Ortsverbandes Rathenow) und mich noch zum Gespräch ein. Sie freute sich ungemein über die Aufmerksamkeit, das Interesse an der dortigen Arbeit und die Möglichkeit, dies in den öffent­lichen Fokus rücken zu können. Das Kidnerbetreuungsangebot des Interkulturellen Familiencafés in der Puschkinstraße, Ecke Schopenhauer Straße, ist insbesondere für Mütter mit Migrationshinter­grund und Fluchterfahrungen ein echter Segen. Wo sonst könnten sie einen dringend benötigtes Sprachangebot, die Migrationsberatung oder die Hebammensprechstunde besuchen, während zeitgleich in den angrenzenden Räumlichkeiten ihre Kinder durch pädagogisches Personal begleitet und gefördert werden, z.B. in den Bereichen Sprache, Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit.

 

Einen Kitaplatz bekommen sie oft nicht, sei es aufgrund der bereits erreichten Migrationsquote oder des pädagogischen Mehrbedarfs aufgrund von Fluchttraumata oder Entwicklungsrückständen. Britta Stöwe, als Leiterin, Frau Neumann, als Koordinatorin und Lilas Faki, die aktuell das Projekt "Frühe Hilfen" (0 bis 3 Jahre) im Zuge des Programms "Aufholen nach Corona" betreut, werden unterstützt von einer FSJlerin und einer Ehrenamtlerin für niedrigschwellige Sprachangebote.

Zusätzlich ist einmal wöchentlich eine Kinderkrankenschwester aus den Havelland Kliniken zur Beratung vor Ort. Im Schnitt werden täglich 12 Kinder unterschiedlicher Altersklassen betreut. Doch das Interkulturelle Familiencafé hat immer auch ein offenes Ohr für sämtliche anderen Probleme, die den Müttern und Vätern auf der Seele brennen, sei es die Unterstützung zur Vorbereitung auf Behördengänge oder nur die Möglichkeit mit anderen ins Gespräch zu kommen. Das Angebot ist unheimlich wichtig für die Familien, um über­haupt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können und Bildung zu ermöglichen.

 

Im Land Brandenburg überlagert die ausgesetzte Kita-Rechtsreform derzeit dieses wichtige Thema. Nach einem 2-jährigem breiten Beteiligungsprozess, in den das Herzblut vieler eingeflossen ist, musste die Arbeit an der Reform unterbrochen werden. Die kommunale Ebene hatte aufgrund von mangelnden Kapazitäten angezeigt, den Prozess nicht weiter begleiten zu können. Das ist bitter, muss aber so akzeptiert werden. Ohne die Landkreise kann die Reform nicht beendet werden.

 

Die Reform ist und bleibt notwendig, denn sie bedeutet Rechtssicherheit für die Berechnung der Platzkosten aber auch qualitative Verbesserungen. Viele warten auf die Reform, ich auch. Wer mich kennt, der weiß das. Sobald die Landkreise wieder an den Tisch kommen, um weiter daran zu arbeiten, werden wir dafür bereitstehen.

 
 

Homepage Katja Poschmann

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