Mehr Platz für Wassertouristen

Veröffentlicht am 02.04.2019 in Umwelt

Wassertouristen dürfen sich auf zusätzliche Kapazitäten in Milow freuen. Der Steg am Gutskomplex wurde erweitert und bietet nun auch Platz für größere Schiffe. Und auf der gegenüberliegenden Seite soll eine Marina entstehen.

 Wo Havel und Stremme aufeinander treffen, dürfte schon bald der Wassertourismus mächtig brummen. In Milow rüstet sich Gastwirt Klaus-Dieter Aretz gerade für die bevorstehende Saison.

Er rechnet in den nächsten Tagen und Wochen mit den ersten Gästen, die die Region vom Wasser aus entdecken und in seinen Gasthof einkehren. „In den letzten Jahren hat das deutlich zugenommen“, berichtet der erfahrene Gastronom.

Und er weiß, in diesem Jahr werden noch mehr Gäste über die Havel zu ihm kommen. Denn gerade wurde die vorhandene Steganlage am Gutskomplex erweitert.

Auch größere Schiffe und Dampfer können jetzt anlegen

„Jetzt können hier nicht nur mehr Boote festmachen, die Anlage ist auch für größere Schiffe und Dampfer geeignet“, sagt Felix Menzel(SPD), Bürgermeister der Gemeinde Milower Land.

Er freut sich, dass ein privater Investor mit dieser Maßnahme die Entwicklung des Tourismus in der Region vorantreibt. Die Lokale Aktionsgruppe Havelland (LAG) hatte das Vorhaben mit LEADER-Förderung der EU unterstützt.

Der vorhandene Steg gehört der Gemeinde, die ihn wiederum an Klaus-Dieter Aretz verpachtet. Die Erweiterung der Anlage zu beiden Seiten mit zusätzlichen Anlegeplätzen und Beleuchtung ist in privater Hand. Die Gemeinde musste dafür nichts investieren. Sie wird aber im besten Fall davon profitieren.

Alte Ideen werden neu gedacht

Auch auf der anderen Seite des Flusses soll sich etwas tun. Die Pläne für eine Marina auf dem Gelände einer ehemaligen Verladestelle an der Stremme werden gerade wieder aktiviert.

Gut fünf Jahre ist es her, dass Heinz Kretschmer im Tourismusausschuss der Gemeinde Milower Land das Konzept für die Marina vorstellte.

Die Idee kam bei den Abgeordneten gut an, umgesetzt wurde das Vorhaben bislang aber nicht. Unter anderem auch, weil dazu bisher keine Planung vorlag. Das soll sich nun ändern.

Die Planung für die Marina ist auf dem Weg

Die Gemeindevertreter haben der Aufstellung eines Bebauungsplans und dem dafür nötigen städtebaulichen Vertrag bereits zugestimmt. Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, gilt es aber noch einige Hürden zu überwinden.

Die Zuwegung muss erneuert und das Gelände erschlossen werden, um die geplanten Ladesäulen für Wohnmobile und einen Wirtschaftsraum zu installieren. Zudem liegt die Fläche im Naturschutzgebiet „Untere Havel Süd” und müsste zunächst aus diesem herausgelöst werden.

„Die Planung ist auf dem Weg. Nun gilt es zu schauen, welche Hindernisse es gibt und wie diese in Absprache mit den Behörden gelöst werden können“, sagt Felix Menzel.

Tourismus und Naturschutz Hand in Hand

Er und Milows Ortsvorsteher Winfried Ganzer sind sich sicher, Tourismus und Naturschutz müssen Hand in Hand gehen, dann profitieren alle davon.

„Wir können nicht schimpfen, dass Bootstouristen in Naturbadestellen parken und ihren Müll im Schilf abladen, wenn wir keine Angebote schaffen, die dies verhindern“, warnt Ganzer.

Dass die Marina neben der Möglichkeit Müll zu entsorgen auch eine Fäkalienentsorgung bieten soll, sei ein wichtiger Aspekt, meint auch Menzel. Er sieht den neuen Steg und die geplante Marina als Zugewinn für den Ort, die Gastronomie und nicht zuletzt auch für das Naturparkzentrum auf dem Gutskomplex.

Text und Foto Märkische Allgemeine / Christin Schmidt

Die Artikel zum Thema finden Sie hier:
MAZ

 
 

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