Diese Frau tritt gegen sechs Männer an

Veröffentlicht am 03.08.2019 in Landespolitik

Die Mögelinerin Katja Poschmann (SPD) ist Mitglied der Premnitzer Stadtverordnetenversammlung und kandidiert erstmals für den Landtag. Quelle: Christin Schmidt

Die Mögelinerin Katja Poschmann (SPD) mischt seit vier Jahren in der Politik mit und wurde durch ihren Kampf für beitragsfreie Kitas bekannt. Nun tritt sie als einzige Frau im Wahlkreis 04 als Direktkandidatin an.

Mögelin

Katja Poschmann ist nicht nur die jüngste Direktkandidatin, die am 1. September im Wahlkreis 04 zur Landtagswahl antritt, sie ist auch die einzige Frau.

Ob das nun ein Vorteil ist oder gar ein Nachteil, darüber denkt die gebürtige Rathenowerin nicht nach. Sie will mit Inhalten überzeugen, mit Engagement und Kompetenz.

 

 

Die bringt Katja Poschmann vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Bildung mit. Als studierte Betriebswirtin war sie mehrere Jahre im Export tätig. Sie hat über den Tellerrand hinaus geblickt und unter anderem den Betrieb ihres Vaters, Poschmann Design, auf internationalen Messen in Moskau, Paris, Mailand und Kiew vertreten.

Die Lebensqualität auf dem Land steigern

Am liebsten ist sie dennoch in ihrer Heimat und diese will sie nun im Landtag vertreten. „Wir müssen die Lebensqualität auf dem Land steigern – egal ob es um Gesundheitsversorgung, Bildung oder Wirtschaft geht – dafür möchte ich mich stark machen“, sagt Katja Poschmann.

 

Wer sie in den letzten Wochen auf Terminen erlebt hat, weiß, sie gehört nicht zu den Menschen, die sich in den Vordergrund spielen. Die junge Frau mit den blonden Haaren und dem netten Lächeln ist auch kein schmückendes Beiwerk.

In Gesprächen beweist sie, dass sie bodenständig ist, sich intensiv mit Fachthemen auseinandersetzt und leidenschaftlich gern für eine Sache streitet.

Aufgewachsen im Plattenbau

Aufgewachsen in einer für die DDR typischen Plattenbausiedlung in Rathenow gehörte Politik für die heute 39-Jährige schon früh dazu.

Sie kann sich noch gut an die Diskussionen mit ihrem Vater und dem großen Bruder am Küchentisch erinnern. Man war sich nicht immer einig, aber im Großen und Ganzen politisch auf einer Wellenlänge.

„Meine Eltern haben mir vermittelt, dass es sich lohnt, sich für eine Sache einzusetzen. Nur wenn ich selbst die Dinge in die Hand nehme, kann ich etwas erreichen. Das gebe ich auch meinen Kindern mit“, sagt die zweifache Mutter.

Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Töchtern in Mögelin und bis 2015 drehte sich ihr Leben vor allem um die Familie und die Arbeit im Familienbetrieb.

Ein wichtiger Wendepunkt war die Debatte um die Kita-Gebühren in Rathenow. Katja Poschmann spürte, dass sie die ihrer Meinung nach viel zu hohen finanziellen Belastungen für Familien nicht einfach hinnehmen konnte.

Sie wollte sich einsetzen, etwas verändern und gründete mit weiteren Mitstreitern die Initiative „Eltern für Rathenow“. Dass Brandenburger seit August 2018 für das letzte Kita-Jahr keine Beiträge mehr zahlen müssen, ist auch dem Engagement der Havelländerin zu verdanken.

Mitglied im Kita- und Hortbeirat

Bis heute hat sie dieses Thema nicht mehr losgelassen. Katja Poschmann engagiert sich nach wie vor im Kita- und Hortbeirat Rathenow und bedauert es, dass so wenige Eltern Interesse dafür zeigen. „Dabei geht es doch um das Wohl unserer Kinder“, so Poschmann.

Dass sie 2015 Mitglied der SPD wurde, daran ist vor allem Felix Menzel (SPD), Bürgermeister im Milower Land, schuld. Er erkannte das Potenzial der ruhigen, aber energischen Kämpferin und überzeugte sie, in die Partei einzutreten.

Zwei Jahre später übernahm Katja Poschmann von Menzel den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Premnitz-Milower Land.

Bei dieser Entscheidung und auch bei dem Schritt, als Direktkandidatin anzutreten, unterstützte sie stets ihr Mann. „Er weiß, wenn ich etwas mache, gebe ich einhundert Prozent. Nur stilles Mitglied in der Partei zu sein, das kam für mich nie in Frage“, so Poschmann.

Sie hat einen gebürtigen Rathenower an ihrer Seite, der politisch interessiert ist, viel liest und ihr zudem als Ratgeber zur Seite steht. Auch als sie vor drei Jahren von der freien Wirtschaft in eine Behörde wechselte. Sie tauschte den Familienbetrieb gegen eine Stelle in der Wirtschaftsförderung des Landkreises Havelland.

Dass nun einige Menschen fragen, wie sie das denn machen will mit zwei Kindern im Politikgeschäft, ärgert Katja Poschmann: „Einem Mann würde man diese Frage doch auch nicht stellen!“

Keine klassische Rollenverteilung

Natürlich hat sie sich darüber Gedanken gemacht, wie sie das Familienleben organisieren, sollte es mit der Wahl klappen. Da aber weder sie noch ihr Mann an einer klassischen Rollenverteilung festhalten, sieht sie darin kein Problem.

Vielmehr weiß sie es zu schätzen, dass ihr Partner ihr die Möglichkeit gibt, sich für die Dinge einzusetzen, die beiden am Herzen liegen, wie beitragsfreie Kitas.

Wie das funktionieren soll? „Das Land übernimmt die Personalkosten, die Städte die Betriebskosten ohne das Gelder hin und her fließen müssen. Das muss man natürlich alles prüfen. Aber Fakt ist, wir müssen einen Weg finden, das zu finanzieren und wir dürfen es nicht so kompliziert machen.“

Katja Poschmann ist sich sicher, ihre Heimat hat viel zu bieten und jeder Ort seine eigene Stärke: „Um dieses Potenzial zu nutzen, brauchen wir in Potsdam eine starke Stimme, die sagt: Vergesst die Leute auf dem Land nicht.“

Von Christin Schmidt

 

 

Text und Foto: Christin Schmidt

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung vom 03.08.2019, Link zum ArtikelLink zum Artikel

 
 

Homepage Katja Poschmann

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